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Markt macht mobil

Veröffentlicht durch marcus am 28.1.2002, 19:44.

Der neoliberale Umbau der Hochschulen

"Frage: Was haben McKinsey-Plan, Aufnahmestopp, Studiengebühren, Steinbergs Hochschulentwicklungsplan und das Hessische Hochschulgesetz gemeinsam? Antwort: Sie sind alle dazu da, die Hochschule nach neoliberaler Prägung umzustrukturieren. Frage: Was bedeutet das? Antwort: Weiterlesen."

"I. The times they are a-changin'

Die heutige Situation an den Hochschulen lässt sich nur verstehen, wenn man sich die Entwicklung der Bildungspolitik in der BRD ins Gedächtnis ruft. Die letzten 30 Jahre waren dabei vor allem durch eine starke quantitative Bildungsexpansion gekennzeichnet. Studierten etwa in den 50ern des 20. Jahrhunderts gerade einmal 5 Prozent eines Altersjahrganges, sind es inzwischen mehr als 30 Prozent. Das Fehlen eines politischen Konsenses zwischen den gesellschaftlichen Interessengruppen und den inneruniversitären Fraktionierungen über den Charakter dieser Expansion und die sich daraus ergebenden notwendigen strukturellen und institutionellen Erfordernissen verhinderte adäquate politische Schlussfolgerungen. So wurde das Hochschulsystem durch labile politische Kompromisse und juristische Aushilfen halbwegs funktionsfähig gehalten. Die Hochschulentwicklung der vergangenen 30 Jahre lässt sich in diesem Zusammenhang grob in drei Phasen einteilen:

1. Anfang der 70er verlangt die Wirtschaft verstärkt nach hochausgebildeten Fachkräften. Es wird allgemein angenommen, dass der Bedarf nach qualifizierten Arbeitskräften auch weiterhin zunehmen wird. Die wirtschaftspolitischen Motive harmonieren mit den sozialpolitischen, mehr Menschen, insbesondere ArbeiterInnenkindern, die Möglichkeit zum Studieren zu geben.
2. Mit der Krise des fordistischen Kapitalismus verschlechtern sich ab der Mitte der 70er die Beschäftigungsmöglichkeiten für AkademikerInnen, trotzdem steigt die Nachfrage nach Hochschulbildung weiterhin. Die Politik reagiert 1977 mit dem "Doppelbeschluss", mit dem die Hochschulen grundsätzlich für alle Studierenden offen gehalten werden, ihre Finanzierung aber auf dem bestehenden Niveau eingefroren wird.
3. Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wird die Überlastproblematik in ein "Effizienzproblem" transformiert: Die bestimmenden hochschulpolitischen AkteurInnen - freiwillig oder unfreiwillig - fordern nicht mehr "mehr Geld", sondern eine "Optimierung der bereitgestellten Ressourcen" durch die "Einführung von Elementen des Wettbewerbs in das Hochschulsystem" (Hochschulrektorenkonferenz 1996). Aus fehlenden materiellen Ressourcen resultierende Schwierigkeiten werden einem internen Reformdefizit der Hochschulen angelastet. Dabei verbindet sich das Bemühen, staatliche Gelder "effizienter" einzusetzen, mit der Erschließung neuer privater Quellen (Drittmittel, Studiengebühren). Gleichzeitig steigt die Akzeptanz von Markt und Wettbewerb als adäquate Mechanismen zur Steuerung wissenschaftlicher und pädagogischer Abläufe."
Fortsetzung: copyriot


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